Geographische Gesellschaft zu Hannover e.V.
Herzlich willkommen bei der Geographischen Gesellschaft


Unsere Frühjahrsvorträge 2012

Unser nächster Vortrag:

Montag, 11.06.2012

Prof. Dr. Jürgen Udolph (Leipzig):
Ortsnamen in Niedersachsen - Zeugen der Siedlungsgeschichte

Seit etwa 30 Jahren beschäftigt sich Prof. Dr. Jürgen Udolph mit den Ortsnamen des Landes Niedersachsen.
Ortsnamen sind äußerst wichtige Zeugen einer fernen Vergangenheit. Ihre Erforschung hat in letzter Zeit neue Gesichtspunkte entdeckt, über die zu berichten sich wirklich lohnt.
Aus den Ergebnissen der Materialsammlung ergeben sich neue Antworten auf alte Fragen, u.a. zu den folgenden Komplexen:
Was steckt hinter der Rattenfängersage?
Heimat und Expansion der Sachsen
Aus welchen Regionen stammen die Vorfahren der Engländer?
Woher kamen die Germanen?
Genforschung und Namenkunde - Das Beispiel der Lichtensteinhöhle

Ortsnamen und Flußnamen sind sehr zäh. Sie verändern sich zwar sprachlich, indem sie die Lautentwicklungen der Sprachen und Dialekte mitmachen, aber sie bleiben konstant am Ort und - was sie besonders wertvoll für den Sprachwissenschaftler macht - sie überstehen selbst Völkerwechsel.
Neben jungen Typen (Altenhagen, Eichenborn, Friedrichsburg, Oldendorf, Osterwald) gibt es ältere Namen, die nur aus sprachwissenschaftlicher Sicht unter Einbeziehung germanischer und indogermanischer Laut- und Formenregeln enträtselt werden können.
Zu den noch jüngeren Typen gehören Bildungen auf -husen (Aerzen, Amelgatzen, Deitlevsen, Herkensen, Hohnsen u.a.). Aber schon Voldagsen und Levedagsen enthalten altertümliche Personennamen. Ein heute unverständliches Wort enthält Laatzen (alt: Lathusen). Dagegen sind - dorp (-dorf-)Namen leichter zu erklären (Hemmendorf, Oldendorf).
Interessante -furt-Verbindungen stecken in Afferde, Esperde, Latferde, Haspere. Auf alte Beziehungen nach England weisen Böbber und Schwöbber.
Die ältesten Namentypen enthalten im zweiten Teil ein einfaches Element, ein -l-, -n, -r-, -ithi, st- u.a. Dazu gehören Hameln, Bad Münder, Ohr(berg), Nettelrede, Reher, Rehren, Grohnde, Hülsede, Welsede, Ohsen. Alte Namen sind auch Lemmer, Letter, Lehrte, Sehnde, Sarstedt, Lafferde.
Die Aufhellung der Namen ist ein wichtiger Zweig der Landesgeschichte.
 


weiterer Ausblick auf das Frühjahrsprogramm 2012:

14.05.2012: Prof. Dr. B. Zolitschka (Bremen): Klima und Umweltgeschichte Patagoniens

11.06.2012: Prof. Dr. J. Udolph (Leipzig): Ortsnamen in Niedersachsen - Zeugen der Siedlungsgeschichte


immer 19:30 Uhr im Audimax der Leibniz Universität Hannover



News:

► unregelmäßige Vortragstermine
Leider gestaltet sich die Termingestaltung im Audimax der Universität als Veranstaltungsort weiterhin als schwierig. Die hohen Studierendenzahlen zwingen die Universität zu einem neuen Raumbelegungsmanagement, somit kann nicht immer der übliche viezehntägige Vortragsrhythmus eingehalten werden.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis und trotz der Kurzfristigkeit und Knappheit dieser Programmankündigung auf Ihr Interesse und Ihren Besuch der Vorträge!

► Besucherrekord:
Beim Vortrag von Frau Prof. Dr. Frauke Kraas (Köln) am 1.11.2010 zum Thema "Stadtentwicklungen und Stadtvisionen in Südostasien" konnte die Geographische Gesellschaft mit über 600 Zuhörern einen Besucherrekord verzeichnen.

► Neue Publikation:
Dang, Hoang Linh, 2010:
Wirtschaftlicher Strukturwandel und außerlandwirtschaftliche Beschäftigung in Vietnam - Rahmenbedingungen, Potenziale und Hemmnisse der Unternehmensentwicklung. (= Hannoversche Geographische Arbeiten, Bd. 60), 168 S.

► In der Hauptversammlung am 7.12.2009 fand die turnusgemäße Neuwahl des Vorstands statt:
- 1. Vorsitzender: Prof. Dr. Jörg-Friedhelm Venzke
- 2. Vorsitzender: Dr. Peter Henning Roeseler
- 3. Vorsitzender: Dr. Gerhard Meier-Hilbert
- 1. Schriftführer: Dr. Jens Groß
- 2. Schriftführer: Dr. Tobias Behnen
- 1. Schatzmeister: Dietrich-Andreas Preiß
- 2. Schatzmeister: Jobst Buße
- Bibliothekarin: Dipl.-Geogr. Bilge Tutkunkardes